Lernleben-Gesundheitsblog

Mir fällt oft auf, dass sich viele Menschen unter Osteopathie gar nicht wirklich etwas vorstellen können oder ein falsches Bild davon haben. Mit diesem Beitrag möchte ich ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Wenn die Rede auf Osteopathie kommt, dann hört man oft Begriffe wie „Einrenken“ oder „Heilen mit den Händen“.

Prinzipiell muss man sagen, dass die Osteopathie ein sehr ganzheitliches Behandlungssystem ist mit 3 Hauptsäulen der Behandlung. Diese sind das parietale, viszerale und craniosacrale System.

Generell kann man sagen, dass der/die OsteopathIn immer nur eine Spannung/Einschränkung im Gewebe finden und behandeln kann, allerdings ist erfahrungsgemäß auch, wenn irgendwo im Körper ein zuviel an Bewegung da ist, dafür an einer anderen Stelle eine Einschränkung da, diese gilt es dann zu finden und zu behandeln.

Physiotherapie-Markus-Kienbacer-Symbolfoto-2

1. Das „parietale System“

Das parietale System beschäftigt sich mit den Körpergeweben (Knochen/Gelenke, Muskeln, Faszien, Blutkreislauf, Lymphkreislauf).

Die Behandlung kann durchaus mit Manipulationen der Gelenke erfolgen (das berühmte Einrenken) aber viel öfter einfach durch Mobilisationstechniken am Gelenk oder oft noch viel wichtiger an den Faszien.

 

2. Das „viszerale System“

Das viszerale System hingegen beschäftigt sich mit den Organen. In der Osteopathie geht man davon aus, dass Organe eine gewisse Eigenbeweglichkeit brauchen um zu funktionieren. Wenn diese z.B. nach einer Entzündung eingeschränkt ist, kann dies zu Problemen führen.

Über das Nervensystem sind alle Organe mit der Wirbelsäule verbunden. Ich erlebe beispielsweise in der Praxis immer wieder, dass Schmerzen in der Brustwirbelsäule mit dem Magen zusammenhängen. Wenn dann nur auf der Brustwirbelsäule behandelt wird, kehrt das Problem immer wieder, solange man nicht auch die Beweglichkeit des Magens mitbehandelt.

 

3. Das „craniosacrale System“

Bei der Behandlung des craniosacralen Systems arbeiten OsteopathInnen am Kopf bzw. Kreuzbein (da diese beiden über das Rückenmark verbunden sind), um einerseits das Nervensystem generell und somit den gesamten Körper zu beeinflussen, aber auch um lokal am Schädel oder am Kreuzbein bzw. Steißbein zu behandeln. Auch hier geht es wieder darum, Bewegungseinschränkungen zu finden und zu lösen, z.B. bei Kopfschmerzproblematiken oder einen Sturz auf den Hintern. Sehr oft spielt auch bei Problematiken im Kopf oder Schulter/Nackenbereich das Kiefer mit, dieses muss dann unbedingt auch mitbehandelt werden.

 

Individueller Therapieanansatz ist notwendig

Jeder Mensch ist anders, deswegen wird auch der Therapieansatz auf jede/n PatientIn individuell abgestimmt. Ein Baby oder Kleinkind bringt andere Voraussetzungen mit sich als ein Erwachsener und eine Faszie muss mit einem anderen Druck behandelt werden als ein Knochen.

 

Der Schmerz sitzt oft woanders

Oft ist es in der Praxis so, dass der Schmerz an einer anderen Stelle ist als an der, die behandelt wird. Hierzu ein Beispiel aus dem Arbeitsleben: Angestellter A muss in seiner Abteilung auch die Arbeit von Angestellten B sehr oft mitmachen, da dieser sehr unzuverlässig arbeitet- wer wird sich beim Chef beschweren?  A natürlich, denn B hat es ja eh gemütlich- genauso verhält es sich oft mit einem eingeschränkten Gelenk, das Nachbargelenk muss die Bewegungseinschränkung ausgleichen und beginnt zu schmerzen. Ziel wird es also sein, dass B wieder zu arbeiten beginnt- damit A sich nicht mehr beschweren muss.

 

Mit welchen Beschwerden sollte man jetzt zum Osteopathen?

Prinzipiell empfiehlt es sich jegliche Beschwerden vorher schulmedizinisch abklären zu lassen.

Da die Osteopathie den ganzen Körper umfassend sieht und behandelt, gibt es kaum Krankheitsbilder die gar nicht geeignet sind. Eine osteopathische Behandlung kann also auch die meisten schulmedizinischen Behandlungen unterstützen. Es geht dabei mehr um die richtige Technik zur richtigen Zeit.

Bei akuten Entzündungen z.B. Gastritis/Magenentzündung sind lokale Techniken am Magen nicht indiziert.

Entspannende Techniken können aber helfen die Durchblutung und die allgemeine Spannung im Körper zu verbessern um den Heilungsprozess zu unterstützen. Nach der Entzündung können aber funktionelle Verklebungen im Gewebe bestehen bleiben, die es wieder zu lösen gilt. Dieses Phänomen führt z.B. oft zu Regelschmerzen nach einer Reihe von wiederkehrenden Blasenentzündungen.

 

Beispiele für Beschwerden, wo die Osteopathie sehr gut helfen kann

  • Schwindel
  • Regelschmerzen
  • Sodbrennen
  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsprobleme (oft gemeinsam mit Ernährungsumstellung).
  • Ansonsten natürlich klassisch sämtliche Beschwerden am Bewegungsapparat.

 

Das macht auch die Arbeit eines/r OsteopathIn so spannend. Wenn jemand mit einem Problem zu mir kommt arbeite ich wie ein Detektiv – ich mache mich auf eine spannende Suche durch den Körper. Dasselbe Problem bei 3 verschiedenen Menschen hat oft 3 verschiedene Ursachen- und dann ist es spannend gemeinsam mit dem Patienten/ der Patientin individuell eine Therapie zu erarbeiten.

Für Terminanfragen kannst du mich hier bequem kontaktieren

Dein Markus Kienbacher

 

Kostenlose Gesundheitstipps

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und erhalten Sie jede Woche kostenlose Gesundheitstipps.

Sie erhalten in Kürze eine E-Mail von uns! Bitte bestätigen Sie diese um sich für unseren Newsletter anzumelden!