Lernleben-Gesundheitsblog

In meinen Kursen und Seminaren begeben wir uns immer wieder auf den Weg in unser Inneres, zum Urgrund unsere Seins und Handelns. Die Chakrenatmung stellt eine einfache und trotzdem effiziente Methode dar, Zugang zum Unterbewusstsein zu erlangen, speziell in der Nachspürphase am Ende der aktiven Atemarbeit. Hier schildere ich ein Erlebnis eines solchen Seminars und wie in diesem Wege begleitet wurde.

 

Wenn dein Unterbewusstsein spricht

Gerade haben wir im Seminar die drei Chakrendurchgänge beendet und uns zum Nachspüren hingelegt, als die Stille von der Stimme einer Frau durchbrochen wird: „Warum nur hast du die Familie verraten, warum nur hast du uns verlassen und bist zu dieser Frau gezogen, warum nur……?

Eine unglaubliche Katharsis (Anm.: ein Sichbefreien von psychischen Konflikten und inneren Spannungen durch emotionales Abreagieren) folgt, Weinkrämpfe, toben, der Versuch, davonzulaufen. Jetzt gilt es einmal, Halt zu geben, zu stützen, einfach da zu sein und sonst nichts.

Als die Katharsis abebbt, ist ein erstes Gespräch möglich. Der Vater der Klientin hatte seinerzeit seine Frau verlassen und ist zu seiner Freundin gezogen, als die Klientin in der Pubertät war und ihn so sehr gebraucht hätte. Jahrelang haben die beiden Kinder den Vater nicht mehr gesehen. „Warum nur?“ Immer wieder dieselbe Frage.

Auf die Frage, „Warum nur?“ gibt es keine Antwort. Wahrscheinlich weiß nicht einmal der Vater die Antwort.

 

Eine Frage die viel zerstören kann

Gleichzeitig hat diese Frage ein unendlich zerstörerisches Potential. Man kann immer wieder um diese Frage kreisen und wird keine Antwort finden. Denn dies hieße, die intimsten Gedanken desjenigen zu kennen. Auf jeden Fall sind elementare Bedürfnisse des Vaters in seiner Ehe nicht erfüllt worden. Sonst wäre er ja nicht gegangen.

Später erzählt die Klientin, dass sie total verwundert ist über ihren Ausbruch, wo sie doch diesen Verrat später mit ihrem Vater besprochen habe und zwischen ihnen alles geklärt und verziehen sei. Sie hätten jetzt wieder ein gutes Verhältnis miteinander.

 

Die Wunde sitzt tiefer als der Verstand zu fassen mag

Und doch, die Wunde dieses damaligen Verrats sitzt tief, viel tiefer, als es der Verstand zu fassen vermag. Die Wunde sitzt direkt in der Herzebene. Vom Verstand her können wir vieles verstehen und auch regeln. Der Mensch ist aber nicht nur ein Verstandeswesen, ähnlich einem Uhrwerk, sondern besitzt auch eine Seele. Und diese Kinderseele ist seinerzeit schwer verletzt worden.

 

Wie kann die Klientin nun mit ihrer verletzten Seele umgehen

Die Heilung dieser verletzten Seele ist in drei Schritten möglich:

  1. Erkennen: Diesen Schritt hat die Klientin bereits gesetzt. Sie hat erkannt, dass trotz ihres Friedensschlusses mit dem Vater ihre Seele noch immer verletzt ist.
  2. Anschauen: Im nächsten Schritt schaute sich die Klientin die Verletzungen ihrer Seele an, was sie damals so sehr verletzt hat, wie es sich angefühlt hat, was ihre Bedürfnisse waren und was sie damals so belastet hat.
  3. Abschließen: Ohne die beiden ersten Schritte ist ein Abschließen, ein Heilen der verletzten Seele nicht möglich. Heilung erfolgt über das Verzeihen, bedingungslos verzeihen.

„Verzeihen tu ich ihm, aber vergessen tue ich es nicht“ ist kein bedingungsloses Verzeihen, ganz im Gegenteil wird der Keim des Konfliktes weiter genährt, auf einer anderen Ebene zwar, aber er bleibt am Leben und beeinflusst unser Leben weiterhin.

 

Bedingungsloses Verzeihen und die Erkenntnis

Im konkreten Fall schließt bedingungsloses Verzeihen die Erkenntnis ein, dass der Vater es nicht besser konnte. In so einem Fall wäre ein Mantra ein gutes Hilfsmittel. Das Mantra könnte lauten: „Vater, du konntest es nicht besser. Ich verzeihe Dir.“

Möglichst oft wiederholt, still oder laut, legt es eine Spur zum Herzen und heilt langsam die Seele. In der klassischen Mantrenlehre wiederholt man ein Mantra 108 mal an 48 aufeinanderfolgenden Tagen. Dann tritt der Effekt des Mantra ein.

 

Umgang im Hier und Jetzt

Es  wird Ihnen vielleicht aufgefallen sein, dass ich mich überhaupt nicht für die Beweggründe des Vaters interessiert habe. Es spielt keine Rolle. Es geht nur um die Tochter und ihre Seele, wie sie im Hier und Jetzt damit umgehen kann. Die Vergangenheit kann nicht mehr verändert werden, nur die Klientin selbst kann sich und ihren Umgang mit der Vergangenheit ändern und zwar im Hier und jetzt.

Und man muss sich klar sein, alle Fragewörter, die mit W beginnen behandeln unbeantwortbare Fragen, die einem jede Energie rauben können.

In meinen Seminaren und Workshops arbeiten wir gemeinsam an vielen Lebensthemen und begeben uns auf dem Weg nach „Innen“ mit dem zentralen Thema „Liebe“.

Hier finden Sie mehr Informationen zu meinen Veranstaltungen.

Ihr Dr. Kurt Moser

fotocredits: ©Ulia Koltyrina – stock.adobe.com

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