Lernleben-Gesundheitsblog

2012 eroberte die junge Medizinstudentin Giulia Enders das Internet bzw. auch das Fachpublikum mit ihrer „Sicht auf den Darm“. Seitdem hat sich sehr viel getan – viele Erkenntnisse wurden gewonnen und teils etablierte Ansichten habe sich verändert.

 

Darm mit Charme – „wie geht kacken?“

Die lange vernachlässigte Darmgesundheit rückt seit Jahren immer mehr in den Fokus der Gesundheitsforschung. Bezeichnungen wie das „Bauchgehirn“ oder „Das 2. Gehirn“ finden sich immer öfter in der „Darmliteratur“. Doch gibt es wirklich einen Zusammenhang zwischen einem gesunden Darm und einer stabilen Gesundheit? Und was macht einen gesunden Darm aus?

 

1. Das enterische Nervensystem (ENS) – ein eigenständiges System

Zur Erklärung der Begrifflichkeit des 2. Gehirns ist es wichtig, das enterische Nervensystem (ENS) zu kennen. Das ENS ist ein autonom arbeitendes Nervensystem, das für die Verdauung des Menschen zuständig ist. Autonom bedeutet hier, dass das Gehirn diese Vorgänge nicht aktiv steuert. Das ENS arbeitet sogar in Eigenregie. Die bewusste Steuerung der Verdauung ist somit nicht möglich.

Trotzdem findet eine Art Kommunikation zwischen Magen-Darm-Trakt und Gehirn statt.

 

2. Vagusnerv – Sprachrohr zwischen Gehirn und Darm.

Der Vagusnerv verläuft vertikal und verbindet Darm und Gehirn. Dort wird dann kommuniziert, ob der Magen gefüllt ist, ob etwas Falsches gegessen wurde und wie der Körper darauf reagieren soll. Diese Kommunikation wird aktiv beeinflusst durch die sogenannte Darmflora. Die Darmflora sind Bakterien, die im Darm vorhanden sind. Diese können entweder förderlich oder negativ für die Darmgesundheit sein. Es gibt zum Beispiel Bakterienstämme, die das Sättigungsgefühl fördern oder Stämme, die eine vermehrte Nahrungsaufnahme anregen. Auch ist inzwischen bekannt, dass diese Mikroben aktiv auf das Immunsystem einwirken können.

 

3. Die Darmflora

Unser Darm ist ausgebreitet ca. 500m2 groß und beherbergt ca. 1,5kg „gesunder“ Darmbakterien. Man schätzt, dass es 100 ! Billionen Bakterien sich in unserem Dickdarm tummeln.

Unser Darm ist eines der wichtigsten Organe für unser Immunsystem, hat einen engen Bezug zu Haut, Haare und Nägel und kann für allerhand Erkrankungen die Ursache beheimaten wie zB Kopfschmerzen, Allergien, Hauterkrankungen wie Flechten und Pilze, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, uvm., da sich in den Darmzotten Ablagerungen bilden, sodass eine optimale Nährstoffaufnahme nicht mehr möglich ist.

Es können sich Entzündungen bilden und eine gesunde Peristaltik ist nicht mehr gegeben (Verstopfung, Blähungen, etc.)

 

4. Darmflora kann man stärken

Gesundheitsfördernde Wirkung wird im Allgemeinen den anaeroben Bakterienstämmen im Darm zugeschrieben. Anaerob bedeutet, dass diese Bakterien in Bedingungen wachsen, in denen kein Sauerstoff vorhanden ist. Diese kann man unter dem Begriff Probiotika zusammenfassen.

Fördern kann man das Wachstum dieser durch einen ausgewogenen „gesunden“ Lebensstil mit ausreichender Bewegung und stress-reduzierenden Ausgleichssportarten. Vor allem die Ernährung hat hier einen großen Einfluss. Probiotische und fermentierte Lebensmittel unterstützen durch ihre enthaltenen Bakterien die Darmflora. Ein weiterer Kniff sind ballaststoffreiche Lebensmittel. Ballaststoffe dienen den Probiotika im Darm als Nährstoffgrundlage.

Tip: Eine ausgewogene Ernährung beinhaltet auch eine ausreichende Ballaststoffzufuhr. Die Menge an Ballaststoffen, die wir vertragen ist aber so individuell wie unsere Augenfarbe. Vor allem eine rasche Umstellung von wenige zu vielen Ballaststoffen kann die Verdauung mitunter stark belasten.

 

5. Entschlackung und Entgiftung

In unserer stressigen Zeit mit einem Überangebot an Lebens- und vor allem Genussmitteln kann es sinnvoll sein, dass man seinem Darm eine „Kur“ gönnt. Ziel ist es Schlacken und angelagerte Giftstoffe aus dem Körper auszuscheiden.

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die sinnvoll sein können. Hier sollte man zwar auf seinen „Bauch hören“, aber dies nicht einfach ohne Abklärung oder Vorinformation in die Wege leiten.

Hier findest du Experten:innen, die dich dabei unterstützen können

fotocredits: ©BillionPhotos.com – stock.adobe.com

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