Lernleben-Gesundheitsblog

Jedes Jahr in der Skisaison gibt es diesen einen Freund, den es erwischt: Unfall beim Abfahrtslauf. Glücklicherweise geht´s meistens gut aus. Ein paar Arztbesuche später kommt dann meist die beruhigende Info „und dann hatte ich noch Physio“. Doch was genau ist diese Physio und wo kommt sie her? Vielleicht überrascht es dich zu hören, dass es die Physiotherapie schon seit 120 Jahren gibt. Entstanden ist sie bereits um 1900 in Österreichs Kurbädern und hieß damals ganz banal Krankengymnastik. Angewandt wird die Physiotherapie als Prävention, in der Rehabilitation, im palliativen Bereich und als unterstützende Therapie bei verschiedenen chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf- oder Magen-Darm-Erkrankungen.

Die meisten kennen Physiotherapie als eine Behandlung, die nach Unfällen oder Schlaganfällen die Beweglichkeit der Patienten unterstützt. Oder auch als Schmerztherapie, die bei chronischen Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Rheuma oder Arthritis hilft.

Wusstest du aber, dass Physiotherapie auch vorbeugend bei Haltungsschäden eingesetzt wird sowie den Stoffwechsel und die Durchblutung fördert? Auch die Koordinationsfähigkeit, Kraft und Ausdauer werden unterstützend aufgebaut.

 

1. Was kann Physiotherapie?

  • Schmerzen lindern
  • Muskelspannungen auflösen
  • Kraft, Ausdauer, Koordination optimieren
  • Herz,- Kreislauf- und Organfunktionen verbessern
  • Gute Körperhaltung schulen
  • Gesunde Bewegungsmuster trainieren
  • Die motorische Entwicklung von Kindern fördern

Physiotherapie ist also vielseitig einsetzbar und passt für Menschen jeden Alters. Sie wird zumeist vom behandelnden Arzt verschrieben und findet entweder im Krankenhaus, ambulant oder aber auch am Arbeitsplatz statt.

 

Eine Bereicherung für uns alle

Bei der Physiotherapie kommen unterschiedlichste Methoden zum Einsatz, die immer ganz auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden. Dabei steht die Bewegungstherapie im Mittelpunkt – hier kommt wieder das alt bekannte Wort Krankengymnastik zum Zug. Passive Techniken wie das strukturelle Arbeiten an Muskulatur und Gelenken gehören ebenso dazu wie aktives Üben zur Muskelkräftigung.

Wenn du dich für eine Physiotherapie entscheidest, bekommst du Anleitungen, die du eigenständig ausführen kannst, um damit deine Bewegungsmuster zu optimieren und den Gleichgewichtssinn zu schulen. Für diese Therapie werden teilweise spezielle Geräte benutzt. Aber auch die sogenannte manuelle Therapie (Mobilisationstechniken) und die Bobath-Methode (neurologisches Training) können helfen, den Gesundheitszustand zu verbessern.

Weiterhin gehören viele physikalische Maßnahmen wie die Hydrotherapie, Lymphdrainage, Wärmeanwendungen sowie Heilmassagen zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.

Zu den einzelnen Therapiemethoden wirst du dann im zweiten Teil dieses Blogbeitrages noch mehr erfahren.

Kurz zusammengefasst: bei der Physiotherapie geht es einerseits um kurzfristige Ziele – zum Beispiel um die Reduktion von Schmerzen – und andererseits um langfristige Ziele wie Haltungsverbesserungen oder Muskelaufbau. Diese können eine erneute Erkrankung verhindern sowie eine gesteigerte Lebensqualität und ein besseres Wohlbefinden bedeuten.

 

2. Prävention ist der Schlüssel

Gesund zu bleiben ist natürlich das Beste für deinen Körper. Daher ist ein wichtiger Grundstein der Physiotherapie die Prävention und Gesundheitsförderung. PhysiotherapeutInnen betrachten ihre PatientInnen auf ganzheitliche Art. Die Gesundheit auch im Alltag positiv und nachhaltig zu beeinflussen, ist dabei das Ziel.

Wer durch präventive Maßnahmen versteht seinen Körper und Geist fit zu halten, der kann sich eine langwidrige und oftmals anstrengende Genesungsphase sparen.

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Dein Physiotherapeut hilft dir dabei, vorbeugende Maßnahmen regelmäßig durchzuführen (z.B. bei gesunden Menschen mit Risikofaktoren), um eine entstehende oder erneute Krankheitsphase zu verhindern.

Rückenübungen sind hier ein klassisches Beispiel.

Zum anderen lässt sich mit Physiotherapie an der eigenen Kraft und Ausdauer arbeiten. Dies wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus und beugt Krankheiten wie Osteoporose, Arterienverkalkung oder Herzinfarkt vor.

Durch ihr fundiertes Wissen der Anatomie, Physiologie und Bewegungslehre erkennen PhysiotherapeutInnen Krankheiten schon früh und leiten daraufhin Therapien vor einem eventuellen Ausbruch ein.

Zusammen mit deiner/m PhysiotherapeutIn kannst du deine Lebens-, -Arbeits-, und Umweltsituation anschauen und dementsprechend verändern.

 

3. Ergonomie am Arbeitsplatz

Mehr als jeder Sechste in Deutschland/Österreich leidet an chronischen Rückenschmerzen. Diese werden oft ausgelöst durch falsches oder zu häufiges Sitzen am Arbeitsplatz. Fast 25% der Fehltage aller Arbeitnehmer in Deutschland sind Rückenschmerzen geschuldet.

PhysiotherapeutInnen bieten daher auch betriebliche Gesundheitsvorsorge an. Bei Workshops, z.B. am Arbeitsplatz, können sie auf spezifische Gesundheitsrisiken einer bestimmten Branche eingehen und Mitarbeiter im gesundheitserhaltenden Verhalten an ihrem Arbeitsplatz schulen. Haltungsschäden und daraus eventuell resultierende Krankheiten (wie ein Bandscheibenvorfall) werden so vorgebeugt oder gar verhindert.

Dafür bringen PhysiotherapeutInnen ihr Arbeitsmaterial mit zu deinem Arbeitsplatz und können so praktische Übungen, wie Massagen gegen Muskelverspannungen, vor Ort zeigen.

Das oberste Ziel: die Gesunderhaltung eines jeden Einzelnen.

Deine lernleben-Redaktion

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