Lernleben-Gesundheitsblog

Die Vielfältigkeit macht die Physiotherapie so besonders. Das trifft auch auf die PhysiotherapeutInnen selber zu, die mit ganz unterschiedlichem Fachwissen eine Vielzahl von Therapiemöglichkeiten anbieten können. Gemeinsam haben sie, dass alle neu ausgebildeten PhysiotherapeutInnen ein Bachelorstudium an einer Fachhochschule absolvieren. Viele haben noch Zusatzausbildungen, wie z.B. Osteopathie oder kinesiologisches Taping. Diese Spezialisierungen helfen ihnen dabei, ganzheitlich auf ihre Patienten zu schauen, die Erkrankung unter verschiedenen Aspekten zu betrachten und verschiedene Therapieansätze hinzuzuziehen.

Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: anstatt vieler verschiedener Spezialisten kann sich dein/e vertraute/r PhysiotherapeutIn deinem Problem ganzheitlich widmen und unterschiedliche Methoden ausprobieren und dann die wählen, die zum Erfolg führt.

Nach einer Terminvereinbarung erfolgt eine ausführliche Erstuntersuchung. Danach schlägt der/die PhysiotherapeutIn die passende Behandlung vor. Diese wird individuell, je nach deinem Problem oder deinen Wünschen, ausgesucht und ist natürlich abhängig von der Spezialisierung deiner/s PhysiotherapeutenIn.

Da die Therapiemethoden der Physiotherapie so divers sind, wollen wir hier einige vorstellen:

 

1. Manuelle Therapie (Mobilisationstechniken)

Physiotherapeuten mit einer Weiterbildung in der Manuellen Therapie fokussieren sich auf die Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparats.

Der Kern dieser Therapie sind die therapeutischen Handgriffe, die ein/e PhysiotherapeutIn als sogenannte Mobilisation anwendet.

Die Manuelle Therapie wird speziell eingesetzt an

  • Gelenken der Gliedmaßen
  • Gelenken der Wirbelsäule
  • Kopf- und Kiefergelenken
  • Gelenken am Brustkorb und Becken

Die Beschwerden geben vor, welche Bewegungstechniken und Handgriffe der/die TherapeutIn vorschlägt. Das Ziel der Behandlung ist die Schmerzlinderung und zugleich die Mobilisation von Bewegungseinschränkungen, also der Förderung der Bewegungsfähigkeit.

 

2. Bobath-Methode (neurologisches Training)

Therapeuten, die in speziellen Bobath-Kursen ausgebildet wurden, unterstützen ihre Patienten nach einer Schädigung des Nervensystems. 

Das Ziel dieser Therapie ist es, die Patienten in ihrem Alltag zu unterstützen, so dass, wenn möglich, eine Pflegebedürftigkeit verhindert wird. Durch die Bobath-Methode sollen gestörte Bewegungsmuster optimiert bzw. normalisiert werden. Jede/r PatientIn wird bei ihrem/seinem individuellen Lernprozess unterstützt.

Die Bobath-Methode kommt z.B. nach einem nach Schädel-Hirn-Traumata, nach einem Schlaganfall oder bei Multipler Sklerose zur Anwendung. Weiterhin kann sie auch bei PatientInnen mit Morbus-Parkinson oder Querschnittslähmung helfen.

 

3. Manuelle Lymphdrainage

Das Lymphgefäßsystem ist neben dem Blutkreislauf das wichtigste Transportsystem im Körper und spielt auch im Immunsystem eine wichtige Rolle. Gibt es in diesem System eine Stauung, kommt es zu Schwellungen unter der Haut. PhysiotherapeutInnen, die die manuelle Lymphdrainage anwenden, können mit Handgriffen die gestaute Flüssigkeit aus dem Gewebe lösen und so die Gesundheit ihrer Patienten positiv beeinflussen.

 

4. Physiotherapie für Kinder

Auch Eltern nehmen gerne PhysiotherapeutInnen zur Hilfe, wenn ihre Kinder beispielsweise Entwicklungsstörungen haben. Gerade Kinder mit Autismus oder einer geistigen Fehlentwicklung profitieren von der Physiotherapie. TherapeutInnen können diesen Kindern helfen, ihre Körperbewegungen optimaler zu koordinieren und die eigene Körperwahrnehmung zu schulen.

Auch für Frühgeborene sind physiotherapeutische Maßnahmen wichtig, um spätere Fehlstellungen – aufgrund ihrer schwächeren Muskelkraft und dem noch nicht vollständig entwickelten Nervensystem – vorzubeugen.

 

Von der Therapie zum Wohlgefühl: Was du zum Therapieerfolg beitragen kannst

Natürlich ist es sinnvoll, die vom Physiotherapeuten vorgeschlagen Übungen und Hausaufgaben auszuführen. Wichtig bei der Physiotherapie ist zu erkennen, dass neue Bewegungsmuster Zeit brauchen und Training dann Erfolg hat, wenn es regelmäßig ausgeübt wird. Muskelkater oder Dehnungsschmerzen sind daher Teil der Therapie und zeugen davon, dass dein Körper arbeitet. Generell gilt es, das bei der Therapie Gelernte in deinen Alltag aufzunehmen. Das wiederum wird dazu führen, dass du die Bewegungsabläufe verinnerlichst und sie auch noch nach der Therapie ganz wie selbstverständlich zu deinem Leben dazugehören. Lebst du das Gelernte jeden Tag, wirst du bald die positiven Auswirkungen spüren. Bewegung sorgt für Entspannung und fördert die geistige Gesundheit genauso wie die körperliche. Es ist allerdings nicht selten, dass Patienten nach oder während der Therapie eine Erkältung entwickeln, was daran liegt, dass durch die Gewebelockerung Giftstoffe im Körper abgebaut werden. Ist dies einmal durchstanden, kann sich dein Körper gestärkt auf die Heilung konzentrieren und nachhaltig gesund bleiben.

Die Physiotherapie ist äußerst vielfältig einsetzbar und wir alle schätzen das Know-How der PhysiotherapeutInnen: Sportler profitieren von der erhöhten Leistungsfähigkeit, einer besseren Kondition und Beweglichkeit genauso wie Patienten, die nach langer Zeit im Bett das erste Mal wieder aufstehen. Ob für Menschen, die nach Unfällen zu ihren vorigen Kräften finden, oder Kinder, deren motorische Entwicklung eine unterstützende Hand guttut: sie alle können dank Physiotherapie ihr volles Potenzial entfalten.

Hier gehts zu den Physiotherapeuten von lernleben.at

Du bist Physiotherapeut und möchtest mehr professionelle Sichtbarkeit im Internet? Dann klicke hier.

Deine lernleben-Redaktion

fotocredits: ©pololia – stock.adobe.com

Kostenlose Gesundheitstipps

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und erhalten Sie jede Woche kostenlose Gesundheitstipps.

Sie erhalten in Kürze eine E-Mail von uns! Bitte bestätigen Sie diese um sich für unseren Newsletter anzumelden!