Lernleben-Gesundheitsblog

In meiner Arbeit als Mediziner und Lebens- und Sozialberater bin ich ständig mit Problemen und Unwegsamkeiten des Lebens konfrontiert. Viele davon liegen aber in unserem unmittelbaren Einflussbereich und wir können selber die Umstände verändern. Liebe und Beziehung sind unheimlich wertvolle, aber auch sehr sensible Systeme. Auch kennen wir den Partner und dessen Schwächen, sodass es vorkommen kann, dass wir – oft unbewusst – in der Kommunikation sehr verletzend sein können. Meist sind es aber Missverständnisse, die sich über die Jahre manifestiert haben. Warum das so ist und was du dagegen tun kannst, erfährst du hier.

Beziehungen entstehen zwischen zwei Menschen, die meist eine sehr unterschiedliche Vorgeschichte und damit auch Erfahrungen haben. Die subjektive Wahrnehmung kann dadurch sehr voneinander abweichen. So werden Handlungen und Worte oft völlig unterschiedlich interpretiert.

 

Missverständnisse vorprogrammiert

So kann es vorkommen, dass ich meinem Partner etwas mitteilen möchte, was für mich nicht stimmig ist, dieser sich aber dadurch angegriffen oder auch gekränkt fühlt. Schon nimmt der Streit seinen Lauf. Ein Wort gibt das andere und der Tag ist verdorben. Die zweite Variante ist, dass sich der Partner zurückzieht und nicht mehr ansprechbar ist.

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Man geht in die Verteidigungshaltung

In den meisten Fällen führen Missverständnisse zu diesen heftigen Reaktionen. Der Partner fühlt sich bedroht, angegriffen, ungerecht behandelt, zweifelt unter Umständen an seinem Wert und geht meist zum Gegenangriff über. Schnell befinden sich beide Partner in der Verteidigungshaltung, in der die Emotionen hoch kochen und verbale Verletzungen durch den ausgeschalteten Verstand die Regel sind.

In manchen Fällen kann dieser immer wiederkehrende Kreislauf dazu führen, dass sich Paare trennen. Wie aber kann man das verhindern?

 

Die Methode der undirektionalen Kommunikation

Wie aber kann ich mich meinem Partner anvertrauen, ohne befürchten zu müssen, in dieser Abwärtsspirale zu landen?

Eine Möglichkeit wäre die Anwendung der undirektionalen Kommunikation. Zugegeben, es ist der Königsweg und am Anfang sicher nicht leicht. Beide Partner müssen sich an bestimmte Regeln halten, das heißt, wenn zum Beispiel mir etwas auf dem Herzen liegt, das mich belastet, bitte ich meinen Partner zu einem Gespräch und erkläre ihm, dass ich mit ihm etwas besprechen möchte.

Mein Partner kann dann entscheiden, ob er im Moment dazu bereit ist, oder einen anderen Zeitpunkt, möglichst am gleichen Tag, wählt. Zu Beginn des Gesprächs sollten beide Partner Blickkontakt halten. Derjenige, der etwas klären will, sagt: „Danke, dass Du mir zuhörst“. Er sagt dann, was ihm auf dem Herzen liegt. Der andere hört nur zu, geht nicht darauf ein, darf aber Fragen stellen, wenn etwas nicht verstanden wurde.

Ansonsten schweigt er.

Der Sprechende schließt seine Rede mit den Worten: „Ich danke Dir, dass ich Dir das sagen konnte“. Der Zuhörende schließt mit den Worten: „Ich danke Dir für Dein Vertrauen“. Anschließend gehen beide wortlos auseinander und sprechen mindestens 30 Minuten nicht miteinander. Besser wäre, noch mehr Zeit vergehen zu lassen und dann ein klärendes Gespräch über das Angesprochene zu führen.

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Was passiert in diesem Fall?

Mit dieser Methode werden die Emotionen daran gehindert, sich ungefiltert aufzubauschen und der Verstand kann sich wieder einklinken. Mit etwas Abstand kann das Gesagte reflektiert werden: hat das Gesagte mit mir zu tun, oder habe ich unrecht getan? Was war wirklich gemeint und wie könnte eine Lösung aussehen?

So entwickelt sich Raum für Einsicht und es ist leichter möglich, sachlich über das angesprochene Thema zu diskutieren und eine gemeinsame Lösung zu finden, ohne gegenseitige Schuldzuweisungen und verbale Verletzungen.

 

Diese Methode erfordert beiderseitige Bereitschaft, Verständnis und die Veränderung oft lange angelernter Verhaltensweisen innerhalb und außerhalb einer Partnerschaft. In meinen Seminaren und Workshops arbeite ich als Arzt und Lebens- und Sozialberater seit Jahren mit Paaren und den vielseitigen Themen Beziehung und (Selbst)Liebe.

Sie haben Interesse oder Fragen? Dann kontaktieren sie mich.

Ihr Dr. Kurt Moser

fotocredits: © Katarzyna Bialasiewicz Photographee.eu; ©ty – stock.adobe.com; © Robert Kneschke

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