Lernleben-Gesundheitsblog

Hier erfährst du Nutzen dir Lebensberatung auch für deinen Alltag bringen kann. Auf www.lernleben.at findest du zudem qualifizierte Lebensberater aus den verschiedenen Fachbereichen und Regionen Österreichs.

Wir Menschen sind mit der „psychischen Basiskraft der Glaubenskraft“ ausgestattet und können daher „nicht nicht glauben“. Diese systemimmanente Kraft in unserer Psyche lässt uns nach der „Inneren Geborgenheit in einem vertrauensfördernden Weltbild“ (nach Martin Buber) suchen, denn zur inneren Stabilität wollen wir die W-Fragen beantwortet wissen. Wir Menschen sind daher offen für Antworten der W-Fragen aus den Bereichen Mythologie, Religion, Wissenschaft und Ideologie. Besonders ist der Mensch der Religion zugetan, denn besonders die Hinwendung zum Ursprung ist der essentiellen Suche nach sich selbst gewidmet.

Die Religionsgründer, Abraham, Jesus, Mohammed, Buddha, Konfuzius haben in ihren Tätigkeiten Werke geschaffen, welche lebensbegleitend und orientierend sein wollten und so auch immer wegbestimmend, prägend und hoffnungsfördernd für die Menschen ihrer Zeit waren.

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Judentum

Allein die hebräische Bibel ist eine wahre Fundgrube an Berichten über „Lebensberatung“. Grundlage war immer der Glaube an den einen Gott und dessen Gebote, Berater waren meist Propheten, die – manchmal allerdings auch ungefragt – den Menschen Hilfe-Stellungen bei ihren täglichen Problem gaben. Manchmal wurde aber der problembehaftete Mensch selbst zum Berater für andere, indem er mit ihnen seine eigenen Sorgen und seine Reaktionen darauf diskutierte und sie so zum persönlichen Umdenken veranlasste.

Besonders die Thoraschulen sind bis heute ein Ort wo Rabbiner alle Lebensprobleme und deren Lösungen erörterten, um dann der eigenen Gemeinde zu entscheidenden Lebensfragen heilsame Antworten geben zu können.

Der wichtigste Prophet war Mose(s), eine auch vom Christentum und Islam anerkannte religiöse Autorität. Auf ihn gehen die 10 Gebote und ihre Auslegung zurück, die jahrhundertelang bis heute die Grundlage für seelsorgerliche Gespräche und damit im weitesten Sinn auch für beratende Gespräche sind.

 

Christentum

Die zentrale Figur des Christentums ist Jesus von Nazareth, der als Messias die Welt erlösen und heilen sollte. Er wird als der Sohn Gottes gesehen, aber auch als einfacher Mann, Heiler und Prophet geschildert. In den Überlieferungen lesen wir von seinem Bemühen, Menschen zu heilen, sie von ihren Krankheiten zu befreien. Doch geschah dies nicht „mit Zauberhand“ sondern vor allem durch die Miteinbeziehung der eigenen Verantwortung. Wenn Jesus den Kranken am Teich von Bethesda zunächst fragt: „Willst du gesund werden?“ dann ist dies sicherlich keine Frage aus Neugierde. Und wenn er dann zu ihm sagt: „Steh auf, nimm deine Liege hoch und geh umher!“, fordert er die Mitarbeit des Kranken. Jesus lässt auch nicht zu, dass der Kranke über die anderen jammert, die ihm nicht helfen und ihn im Stich lassen, sondern ihn interessiert die Fähigkeit des Kranken selbst, sein Wille und seine Kraft zur Mitarbeit.

Ohne den Glauben an sich selbst kann der Kranke nicht gesunden!

Jesus tat also genau das, was wir heute in der modernen Beratung tun: Er forderte die Bereitschaft des Hilfesuchenden, an der Lösung seines Problems mitzuarbeiten, er suchte und stärkte seine Ressourcen und motivierte ihn zu neuen Ansichten und Schritten.

Der Aufbau der christlichen Gemeinden, ihre Aufgaben und Strukturen gehen zurück auf Paulus und die Angaben in seinen Briefen im Neuen Testament. Und dort finden wir zum Beispiel geschrieben: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz  Christi erfüllen.“ Wird nicht auch genau das in der Beratung erfüllt? Als Lebensberater begleiten wir unsere KlientInnen ein Stück ihres Weges und helfen ihnen, ihre Last zu tragen, damit ihre Schulter und somit auch ihr Kopf wieder leichter und freier werden und sie die Lösungen besser finden und erkennen können. (Vgl. Traxler 2007, 9-11)

 

Islam

Im Koran und der Sunna finden sich viele Überlieferungen, wo der Prophet Muhammad um Rat in privaten Konflikt-Situationen gefragt wird. Besonders beeindruckend mag aber erscheinen, dass auch Muhammad selbst oft um Rat fragte, und zwar andere Menschen unabhängig davon, ob sie selbst Muslime waren. Der Koran legt allerdings auch einen Schwerpunkt auf das Verhältnis und die Unterstützung der Muslime untereinander: „Die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einander Beschützer und Helfer.“ (9:71) oder „Die Gläubigen sind doch Brüder, darum stiftet Frieden zwischen euren (zerstrittenen) Brüdern.“ (49:10). (zit. Laabdallaoui/Rüschoff, 2005, S. 22)

Psychosoziale Dynamiken und historische Wurzel der Lebensberatung in den letzten 2 Jahrhunderten (entnommen dem Buch von Peter Staudigl am 31.1.1997 mit der Absicht einer besonderen Würdigung dieses Standardwerkes)

 

Der Mensch in Gemeinschaften

Der Mensch ist von seiner biologischen Disposition her auf die Verständigung und Zusammenarbeit mit anderen Menschen angewiesen. Nur so ist er fähig zu überleben. Im Laufe der Zeitgeschichte entstanden immer differenziertere Formen von Verständigung und Zusammenleben, die die gemeinsame Entwicklung und somit auch das Überleben sicherten. Es entstanden agrarische Gemeinschaftsformen, Jagdgemeinschaften, Verteidigungs- und Eroberungsgemeinschaften, Religionsgemeinschaften und ganze Gesellschaftssysteme.

Die Ordnungen innerhalb der einzelnen Systeme wie auch innerhalb von Familien, Wohnsituationen oder in der Arbeitswelt waren einer ständigen Entwicklung unterworfen, wobei die Bereiche Macht und Arbeit zunächst sehr restriktiv gehandhabt wurden – die Weitergabe zwischen den Generationen beschränkte sich im Normalfall auf die Nachkommen des eigenen Geschlechts.

Dadurch war auch die Weitergabe der notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen einfach geregelt, die Tochter lernte von der Mutter und der Sohn vom Vater, was sie für ihre Rolle benötigten. Laut Reichel waren Militär und Priestertum die Ausnahmen, weswegen auch dort die ersten Ausbildungsstätten entstanden. (Reichel, 2005) Weil Eltern und Familie die Ausbildung leisteten, waren sie auch die Ansprechpersonen bei Fragen zu Lebenssinn und Problemen. Zusätzlich waren die meisten Themen der Lebensgestaltung absolut geregelt, sodass wenig Spielraum für eigene Entscheidungen bestand. Gleichzeitig gab diese Gesellschaftsform auch ein hohes Maß an Sicherheit.

Außerhalb der Familie waren es lediglich Ärzte und Priester, die um Rat gefragt wurden, und – meist im Geheimen – die Gruppe der „weisen Frauen“, Kräuterfrauen und Hebammen.

 

Wissen ist Macht

Je stärker der Anspruch (und die Macht) der Kirche auf Alleinwissen um die Lebensordnung wurde, umso stärker wurde die Position der Priester als Lebensberater. Die Ärzte wurden immer weiter zurückgedrängt, die weisen Frauen verfolgt und ausgelöscht. (vgl. Traxler 2007, 12)

Im Mittelalter waren die weisen Frauen (Hexen) die Ansprechpersonen für die Bevölkerung, um deren Lebensgestaltung entsprechende Richtung zu geben. Im neunzehnten Jahrhundert waren es die Wender und Bader, aber auch die Hebammen und zunehmend die Ärzte, zu welchen die Menschen Vertrauen fassten, um sich mit ihren Lebensproblemen anzuvertrauen. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch die Großfamilie, in welcher vor allem die Älteren mit Rat zur Seite standen.

Lese im dritten Teil über die Entwicklung der Lebensberatung im 20. Jahrhundert

Die Entstehung der Lebensberatung ist in 5 Bereiche aufgeteilt.

  1. Die Ratgeber der Antike
  2. Die religiösen Wurzeln
  3. Die Entwicklung im 20 Jahrhundert
  4. Die humanistische Orientierung in den 1980er Jahren
  5. Das Angebot in Österreich

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