Lernleben-Gesundheitsblog

Hier erfährst du Nutzen dir Lebensberatung auch für deinen Alltag bringen kann. Auf www.lernleben.at findest du zudem qualifizierte Lebensberater aus den verschiedenen Fachbereichen und Regionen Österreichs

 

Die Entwicklung der humanistisch orientierten Lebensberatung in den 80er Jahren

In den 80er Jahren kristallisierte sich einerseits das zunehmende Bedürfnis der akademischen Berufe der Psychologen nach einer beruflichen Regelung (Psychologengesetz) heraus, andererseits führte die Entwicklung der Gruppendynamik und der Psychotherapie zu einer neuen Berufsform, welche letztlich im 1991 Psychotherapeutengesetz mündete.

Parallel dazu arbeite eine kleine Gruppe im deutschsprachigen Raum an der Bewusstseinsentwicklung des Menschen, welche durch die Lehren von Hans Hass (Energontheorie), Walter Stille (psychologische Entscheidungstheorie), Wolfgang Mewes (Energokybernetische Strategie), Frederic Vester (Vernetztes Denken), Fritjof Capra (Das Tao) und einigen mehr geprägt war. Dr. Bruker hatte Anfang 1980 in Deutschland den Gesundheitsberater vorgestellt, welcher sich vor allem mit Ernährungsfragen beschäftigte. Hans Dieter Jürs und Peter Staudigl formulierten 1984 zum ersten Mal den Beruf des Lebensberaters, da Ihnen einen Ausweitung des Bruker’schen Gesundheitsberaters notwendig schien. Jürs gründete dann den Verein

D.E.R. Lebensberater und legte erste Ansätze für eine neue Ausbildung vor. Staudigl übernahm diese Idee 1988 in Österreich und führte die erste reguläre Prüfung für die Ausbildungskandidaten durch. Die gesetzliche Lage der Beratung für den Menschen war in Österreich ein freies Gewerbe mit dem Titel „psychologische Beratung“. Dieses Gewerbe konnte jedermann nach Anmeldung ohne entsprechende Ausbildung ausüben. Der Konsumentenschutz war in dieser Phase nicht wirklich gegeben, dem „Gurutum“ war Tür und Tor geöffnet.

 

Eine Änderung der Gesetzeslage in Österreich

Mag. Wallner in der Wirtschaftskammer Wien hat den Beruf des Lebens- und Sozialberaters in der Gewerbeordnung verankern lassen. Diese Gewerbeordnung trat mit 1.1. 1989 in Kraft. In der Folge gestaltete sich die Übergangsregelung für die ehemaligen psychologischen Berater als schwierig, gab es jedoch keine Kriterien für die Aufnahme in den neuen Beruf. Frau Dr. Rotraud Perner hat als erste Bundesvorsitzende der Lebensberater mit den Vorsitzenden der Bundesländer die erste Befähigungsnachweisverordnung geschaffen und damit die ersten Aufnahmekriterien  für die Erteilung des konzessionierten Gewerbes „Lebens- und Sozialberatung“ gelegt.

 

Die 4. Säule der Österreichischen Gesundheitsvorsorge

Einen Grundstein für eine neue Art der Gesundheitsvorsorge in Österreich hat Gesundheitsminister Mag. Harald Ettl gestaltet, indem er mit 1.1.1991 die Weichen für das „Vier Säulen Modell“ der Gesundheitsvorsorge stellte. In diesem wurde zusätzlich zum Ärztegesetz gleichzeitig das Psychologengesetz, das Psychotherapeutengesetz und die Befähigungsnachweisverordnung für die Lebens- und Sozialberatung in Kraft gesetzt. Zum Wohle der Menschen arbeiten hier die folgenden Berufsgruppen neben- und miteinander:

LSB-4.-Saeulen-Modell

(Bild erstellt im Jänner 2012 durch Mag. Haris G. Janisch) In der Zusammenfassung der stenografischen Protokolle aus 1988 des Nationalrates

XVII. GP wurde im Bericht des Handelsausschusses vom 1.7.1988 zu den §§ 323 e ff. GewO (Lebens- und Sozialberater) festgestellt:

„Die in Zukunft unter den Konzessionsvorbehalt des neuen § 323 e fallenden Tätigkeiten sind derzeit Gegenstand eines freien Gewerbes. Es wurde übereinstimmend vom Ausschuss festgestellt, dass diese Rechtslage unbefriedigend ist und dadurch unseriösen und unfachmännischen Praktiken bei der Lebens- und Sozialberatung kaum Einhalt geboten werden kann. Mit der Schaffung eines entsprechenden konzessionierten Gewerbes werden vor allem unzuverlässige Personen von der Ausübung des Gewerbes ferngehalten werden können.“

In den EU – Anerkennungsrichtlinien wurde 1994 das Gewerbes der Lebens- und Sozialberater in der 2. Diplomanerkennungsrichtlinie (höchste Richtlinie) aufgezählt.

 

Zum Schutz des Konsumenten

Der Konsumentenschutz wurde durch die Schaffung des konzessionierten Gewerbes der Lebens- und Sozialberaters auf die höchstmöglichste Form der österreichischen Rechtssituation gestellt. (Freies Gewerbe, Handwerk, an einen Befähigungsnachweis gebundenes Gewerbe, Konzession)

Durch den Befähigungsnachweis wurde in Übereinstimmung mit dem Bundesministerium für Gesundheit der höchste Konsumentenschutz, den die Gewerbeordnung kennt, (bewilligungspflichtiges gebundenes Gewerbe) für die Tätigkeiten der Lebens- und Sozialberater verordnet, um die Konsumenten auf dem sensiblen Bereich der Psyche vor den Einwirkungen von selbst ernannten Gurus und Scharlatanen zu bewahren.

Die Qualitätssicherung für die Konsumenten wird im Bereich der Lebens- und Sozialberatung im Gegensatz zu anderen produkt- und dienstleistungsorientierten Berufen primär durch die Qualität der Ausbildung erreicht werden. Die Gefahr für den Konsumenten besteht darin, dass Personen ohne fundierte Ausbildung in Methoden  der Beratung, Krisenintervention, Supervision und Selbsterfahrung nach dem Stand der Wissenschaft Beratungen in Form von Machtausübung, „Abhängig machen“ die  Klienten zu nichtentscheidungsfähigen Personen statt zu selbstbewussten und verantwortlichen Menschen begleiten.

Lesen sie im fünften Teil über den Aufbau des Berufes der Lebensberater in Österreich

Die Entstehung der Lebensberatung ist in 5 Bereiche aufgeteilt.

  1. Die Ratgeber der Antike
  2. Die religiösen Wurzeln
  3. Die Entwicklung im 20 Jahrhundert
  4. Die humanistische Orientierung in den 1980er Jahren
  5. Das Angebot in Österreich

fotocredits: ©motortion – stock.adobe.com

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