Lernleben-Gesundheitsblog

Angesichts der grassierenden Corona-Pandemie sind viele von uns mit Angst konfrontiert. Aber wie können wir mit dieser Angst umgehen?

Die meisten von uns würden sie am liebsten verdrängen, doch das gelingt meist nicht. Dabei ist die Angst ein wertvolles, natürliches Gefühl, das uns schützt, uns auf Gefahren aufmerksam macht. Erst wenn die Angst zum Selbstzweck wird, uns also nicht mehr vor Gefahren und Verletzungen bewahrt und uns im Leben behindert, wird sie zur Krankheit und muss behandelt werden.

 

Angst kann man zulassen

So paradox es auf den ersten Blick scheint, ist die Lösung nicht, sie zu verdrängen, sondern das Zulassen der Angst. Wenn wir die Angst verdrängen wollen, ohne sie genauer anzuschauen, hilft sie uns nicht, sondern arbeitet im Unbewussten weiter, solange bis sie wieder an die Oberfläche, ins Bewusstsein gelangt und uns erneut belastet. Daraus ensteht ein nie endender Kreislauf.

Ein vielversprechenderer Weg ist, die Angst zuzulassen, sie darf da sein, sie zu spüren, wo im Körper sie sich zeigt, wie sie sich anfühlt. Ein möglichst reaktionsloses Hinschauen eben, auch Reflektieren genannt. In diesem reaktionslosen Hinschauen kann sich eine alte, noch nicht abgeschlossene Erfahrung zeigen, auf jeden Fall aber kann man der Angst die Frage stellen, willst du mich auf eine Gefahr aufmerksam machen oder willst du mich nur lähmen?

 

Der Schlüssel liegt in der Handlung

Ein wesentlicher Schlüssel im Umgang mit der Angst liegt im entsprechenden Handeln trotz der Angst. Wenn es sich um eine diffuse, nicht genau erkennbare Angst handelt, nehme ich sie zur Kenntnis und handle trotzdem, ohne sie deswegen zu verdrängen. Indem die Angst da sein darf, ich trotzdem handle, wird sie sich auflösen.

Wenn ich die Angst bezeichnen kann, kann ich für mich entscheiden, ob sie für mich sinnvoll ist, mich also schützt, oder ob sie mich nur behindert im Leben. So ist z.B. die Angst, mit dem Aufzug zu fahren, im Leben hinderlich. Diese Angst schützt mich eigentlich nicht. Daher kann ich mich dazu entschließen trotz meiner Angst, mit dem Aufzug zu fahren. Und je öfter ich mit dem Aufzug fahre, umso geringer wird die Angst,  um sich dann ganz aufzulösen.

Wenn ich Angst habe, mit dem Auto bei starkem Regen mit 100km/h zu fahren, so ist das eine Angst, die mich vor einem möglichen schweren Unfall bewahrt. Es wird also sinnvoll sein, entsprechend zu reagieren und sich auf die Verhältnisse so einzustellen, dass ein gefahrloses und damit angstloses Fortkommen möglich wird.

 

Ein gemeinsamer Ursprung

Wenn wir uns die verschiedenen Ängste genauer ansehen, so erkennen wir, dass alle Ängste, egal welche, letztlich ihren gemeinsamen Ursprung in der Angst haben, es nicht zu schaffen. Indem ich handle, es also schaffe, kann ich die Angst besiegen.

Schauen wir uns nun konkret die gegenwärtige Situation mit der Corona-Pandemie an: Es ist natürlich, Angst vor einer Infektion zu haben. Es ist also eine sinnvolle Angst, die mich schützt und entsprechend kann ich reagieren.

Ich kann mich entscheiden, den Anordnungen der Behörden Folge zu leisten, daheim zu bleiben und nur die nötigsten Kontakte mit der Umwelt zu pflegen sowie die hygienischen Regeln zu beachten. Alles Weitere kann ich nicht beeinflussen, also kann ich diesbezügliche Ängste einfach stehen lassen und muss nicht auf sie reagieren.

In meiner täglichen Arbeit und meinen Seminaren arbeite ich mit meinen Klient:innen zum Thema Angst und Panik. Alle Infos dazu finden sie auf meinem lernleben-Profil und auf meiner Webseite.

Aufgrund der Quarantänemassnahmen ist der Seminarbetrieb zu Ihrer und unserer Sicherheit unterbrochen.

Ihr Dr. Kurt Moser

fotocredits: ©Yuriy Shevtsov – stock.adobe.com

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