Lernleben-Gesundheitsblog

Stressbewältigung ist ein Thema, dem wir täglich ausgesetzt sind. Stress muss nicht negativ sein – es stellt sich mehr die Frage wie man damit umgeht und ihn bewältigt. Wenn wir damit nicht umgehen können, dann laufen wir Gefahr in einen Stresssog zu kommen, der uns hinunterziehen kann.

Ich möchte dir hier zeigen, wie du mit dem „Spaghetti-Trick“ in den ersten 2 Sekunden entscheiden kannst, ob Dich Dein Stress Muster im Griff hat oder Du handlungsfähig bleibst

Ich mag Spaghetti. Sie sind einfach und schnell zubereitet. Ein bisschen Gemüse Schnippeln und der saisonale Extra Vitamin Kick ist da! Das mag ich auch an meiner Arbeit: Focusing, Craniosacralarbeit und Kinesiologie habe ich jederzeit als Selbsthilfeinstrument zur Hand. Focusing ist nicht simpel, aber ganz gut erlernbar und wunderbar kombinierbar (z.B. im Management, für helfende oder kreative Berufe,…).

Ein paar ganz konkrete Einstiegsübungen zur Selbsthilfe in Notsituationen habe ich in diesem Blog für Dich vorbereitet.

 

3 Schritte zur Stressbewältigung

 

Schritt 1: Wahrnehmen: Das ist zu viel!

blog_stressbewaeltigung_focusing_1

Schritt 2: Erlaube Dir Freiraum 

blog_stressbewaeltigung_focusing_3

Schritt 3: Wahrnehmen = wahr-nehmen

blog_stressbewaeltigung_focusing_2

 

1. Wahrnehmen ist: Sich ein Stopp! erlauben

Das einfachste und zugleich schwierigste am Anfang: zu erkennen, wann ich Focusing brauche, weil ich gerade eine Rettungsschnur oder einen Haltegriff brauche. Es ist wie eine Stopp! Tafel (die im Leben leider nicht automatisch aufscheint 😉). Es braucht eine gewisse Aufmerksamkeit, wann ich von meinem funktionierenden Arbeitsmodus in einen Achtsamkeitsmodus wechseln muss. Dieses Erkennen sollte innerhalb von 1-2 Sekunden erfolgen.

Beispiel 1: Du bist unter der Dusche, die Seife fällt auf den Boden und Du bückst Dich um sie aufzuheben. STOPP! Dein Bandscheibenvorfall meldet ein „Ziehen“. Du erkennst Deine Wahlmöglichkeiten – langsam und kontrolliert bücken oder jemanden anderen sie aufheben lassen.

Beispiel 2: Ein Geschäftspartner ist enttäuscht und entblößt Dich vor Deinem Team/Deine*m Chef*in. Gibt es in Dir eine neutrale Instanz, die still erkennt „STOPP“!?

Anzeichen können sein: ein trockener Rachen, ein höherer Blutdruck (Anzeichen von Stress), Schwitzen, ein Kloß im Hals oder ein „komisches“ Gefühl im Bauch- oder Brustraum, Unfähigkeit klar zu denken, all das zusammen – eine Überflutung mit Reizen, und die Symptome werden immer stärker….

Wenn Du diese 1-2 Sekunden einer (beklemmenden) Situation erkennst, wie zu viele Spaghetti am Teller, dann hast Du schon viel geschafft!

 

2. Erlaube Dir Freiraum

Das sind zwei unterschiedliche Dinge, die aufeinander aufbauen: eine (kurze) Auszeit und Abstand gewinnen:

  • Erlaube Dir, eine kurze Auszeit zu nehmen
  • Das können 3-5 Atemzüge sein
  • Oder ein Nippen am Wasserglas
  • Vielleicht kannst Du sogar das Fenster öffnen und Frischluft einatmen
  • Manchmal reicht es, die Augen etwas zu schließen (nach unten schauen reicht)
  • Das sind minimale Veränderungen einer Situation, die einen enormen Unterschied auf Dein Bewusstsein machen! Du bleibst stark in Deiner Selbstwirksamkeit und das noch dazu unbemerkt von Deiner Umgebung…

Versuche einen „guten Platz“ für dieses Problem zu finden. Meine Kund*innen hängen ihr Problem auffallend oft in einen Hibiskus oder Flieder in meinem Garten in ihrer Fantasie oder schieben es gedanklich auf eine Wolke.

Im Beispiel 2 von oben: schalte in den Achtsamkeitmodus. Du erkennst, was unfair ist (weil es nicht mit Dir sondern dem Geschäftspartner zu tun hat) und kannst Dir erlauben, diesen Unrat vorbeiziehen zu lassen. Gerechtfertigte sachliche Kritik kannst Du notieren, Du lässt sie aber nicht in Dein Inneres hinein. Du bist einmalig und wertvoll. Im Achtsamkeitsmodus erkennst Du das. Vielleicht nimmst Du auch die Umgebung wahr und mögliche Helfer*innen.

 

3. Wahrnehmen = wahr-nehmen

Nimm mit Abstand und möglichst ohne Bewertung „das Ganze“ der Situation wahr: Dein inneres Chaos UND die ganze Situation. Wie den Teller UND die Spaghetti UND die Umgebung.  Du kannst darauf vertrauen, dass innerhalb von 90 Sekunden Deine Aufgewühltheit abflacht, wenn Du ihr keine „Nahrung“ mehr gibst durch Abwertungen und Selbstzweifel wie: „Warum ist das schon wieder so.“, „Ich wusste es, dass ich das nicht kann,…“,…

Ich habe in diesem Blog wie eine Essenz meine wichtigsten Lebenserfahrungen der letzten 10 Jahre zusammengefasst.

Erstaunlich, dass wenige Sekunden im Leben einen ganzen Blogartikel füllen! Noch erstaunlicher, dass wenige Sekunden einen wesentlichen Einfluss auf unser Leben machen können – im positiven wie im negativen.

Mir reicht es aber nicht, ein „Rezept“ zu haben, sondern es geht um das Anwenden können. Natürlich ist zu Methodiken des Stabilisierens in der Krisenintervention, bei Angstzuständen oder Panikattacken eine professionelle, erfahrene Begleitung optimal. Ich wünsche Dir, dass Du nie in die Situation kommst, die Inhalte dieses Blogs anzuwenden. Wenn doch, dann kommt Dir – hoffentlich – der Spaghetti Trick und das entsprechende Bild in den Sinn.

Wenn Du Fragen zu Focusing hast, Dich öfter im „Problemüberflutungs-Modus“ befindest oder Deinen persönlichen Freiraum finden möchtest, dann nimm mit mir Kontakt auf.

Deine Inge Simetzberger*

fotocredits: (c) Inge Simetzberger, Family Veldman stock.adobe.com

Kostenlose Gesundheitstipps

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und erhalten Sie jede Woche kostenlose Gesundheitstipps.

Sie erhalten in Kürze eine E-Mail von uns! Bitte bestätigen Sie diese um sich für unseren Newsletter anzumelden!