Lernleben-Gesundheitsblog

Hamsterkäufe im Zusammenhang mit der Corona-Krise sorgen rund um den Erdball für Erheiterung oder Entsetzen – je nach persönlichem Gemüt. Während wir Österreicher und Deutsche scheinbar wie wild Nudeln und Klopapier kaufen, decken sich Franzosen angeblich mit Wein und Kondomen und Niederländer mit Cannabis ein. In den USA werden Waffen gekauft. Hamsterkäufe mit Klopapier – was steckt dahinter?

Ich habe mich ein wenig mit der Thematik auseinandergesetzt und gebe dir 3 einfache Tipps um deinen ganz persönlichen Klopapierverbrauch in der Zeit der Ausgangsbeschränkung und auch danach zu reduzieren.

 

Warum wir in Krisenzeiten Klopapier kaufen – eine These

Im Laufe unserer Geschichte kann man ein wiederkehrendes Phänomen beobachten: Wir Menschen neigen in unsicheren Zeiten dazu, zu horten, alles zusammenzuziehen und nichts mehr hergeben zu wollen. Unglaublich, aber wahr: Unser Darm spiegelt diese Verhaltensweise wider! Das zeigt sich dann darin, dass in Krisenzeiten viele von uns eher zu Verstopfung neigen.

Hippokrates (griech. Arzt 460-370 v, Chr), meinte zum Thema „Darm und Psyche“: „Der Darm ist der Vater aller Trübsal.“ Trübsal, so Hippokrates, ist mit Schwermut gleichzusetzen. Schwermut mit Verlangsamung. Verlangsamung mit Trägheit. Und Trägheit führt zu reduziertem Stoffwechsel!

Die Conclusio daraus: Eigentlich bräuchten wir in Krisenzeiten weniger Klopapier … wenn da nicht unsere Hygienegewohnheiten wären und die Tatsache, dass unsere Ausscheidung durch unser Essverhalten und unseren Lebensstil geprägt wird. Wir sollten uns bewusst sein, dass nicht jeder die gleiche Form von Ernährung gleich gut verträgt. Während sich der eine durch Rohkost gestärkt fühlt, schwört der andere auf eiweißreiche Nahrung. Dass nicht jede Ernährung gleich gesundheitsfördernd ist, erkennen wir an der Ausscheidung.

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Wann spricht man von der „richtigen“ Ausscheidung?

Eine Möglichkeit, die „richtige“ Ausscheidung zu beschreiben, ist der Weg über die Häufigkeit und Beschaffenheit des Stuhls. Normal ist es, jeden Tag bis jeden zweiten Tag Stuhlgang zu haben – ohne Weiteres auch drei Mal täglich. Der Stuhl sollte ohne Druck, ohne Schmerzen und ohne Anstrengung den Körper verlassen. Er sollte weder steinchenförmig noch dünnflüssig sein. Du solltest ganz einfach in der Lage sein, dem normalen Druck Raum zu geben … und wenn du dann Toilettenpapier benützt, sollten darin keine Spuren zu finden sein. Dann spricht man von einem guten Stuhlgang, und du brauchst folglich kein Papier!

 

3 Tipps, wie du weniger Klopapier brauchst

Im Volksmund heißt es: „Gut gekaut ist halb verdaut.“ Hätten wir nicht gerade jetzt, wo wir so viel mehr Zeit zuhause verbringen, verstärktGelegenheit, bewusst zu kochen, verträgliche Zutaten auszuwählen und langsamer zu essen? Ich meine: ja! Deshalb habe ich diese drei Tipps für dich, die dir zu einer optimaleren Verdauung und somit zu weniger Klopapierverbrauch verhelfen.

 

Tipp 1: Setze auf gekochte Speisen

Unser Körper muss alles, was wir zu uns nehmen, aufspalten und verändern, um Nährstoffe für uns verfügbar zu machen. Wenn du Kaltes oder Rohes isst, braucht dein Körper mehr Energie. Das bedeutet: Mit erwärmten oder gekochten Speisen unterstützt du deinen Körper tatkräftig dabei, deine Nahrung schneller und besser aufzuspalten. Du hilfst darüber hinaus deinem hormonellen und enzymatischen Stoffwechselsystem, die jeweilige Arbeit leichter zu erledigen. Übrigens: Indem du deine Nahrung schonend erwärmst, dünstest oder blanchierst, nimmt der Gehalt an Nährstoffen nicht drastisch ab. Wenn du warme Speisen isst, liegt der größte Vorteil darin, dass du die Verdaulichkeit deiner Nahrung wesentlich verbesserst!

 

Tipp 2: Verwende verdauungsfördernde Gewürze

Du kannst deinen Darm auch mit verdauungsfördernden Gewürzen bei seiner Arbeit unterstützen. Nach Hildegard von Bingen ist Weinessig ein guter Verdauungsvorbereiter. Optimal wäre es, einen Salat drei bis vier Stunden vor dem Verzehr mit Weinessig anzurichten. Weil grüner Salat dadurch eindeutig an Optik einbüßt, könntest du auf robustere Salatsorten wie Radicchio oder Chicorée ausweichen, die darüber hinaus wegen ihrer Bitterstoffe die Verdauung mehr anregen als grüner Salat. Wenn du ein paar junge Löwenzahnblätter – etwa 3 Blätter pro Person – ganz fein wie Schnittlauch aufschneidest und über den Salat oder ein Gericht streust, versorgst du deinen Körper zusätzlich mit verdauungsregulierenden Gerb- und Bitterstoffen.

Weinraute (Achtung, sehr bitter!) oder Bertram in ganz kleinen Mengen aus der Hildegard-Küche wirken ebenfalls verdauungsfördernd. Rhabarberkompott wäre ein idealer Nachtisch. Denk immer daran: Ziel ist es, dem Körper die Nährstoffe möglichst ganz zur Verfügung zu stellen und sie nicht unverdaut oder in zu flüssiger Form zu schnell an die Toilette abzugeben. Wir möchten ja Klopapier sparen.

 

Tipp 3: Lege Essens- und Ruhepausen ein

Der Bauchspeicheldrüse würde es guttun, drei- bis fünfstündige Essenspausen einzulegen und in dieser Zeit nur reines Wasser zu trinken. Und wenn du deinem Körper nach einer Mahlzeit eine Stunde Zeit geben könntest, die Energie in den Verdauungstrakt zu leiten, bliebe mehr Energie für anderes übrig!

Wenn du all diese Tipps befolgst, profitierst du – abgesehen vom reduzierten Klopapierverbrauch – gleich mehrfach:

  • Der Darm funktioniert besser.
  • Die Schleimhäute kommunizieren miteinander: Ist die Darmschleimhaut in Ordnung, sind auch die Schleimhäute in der Nase, in den Nebenhöhlen und in der Lunge gut in Schuss.
  • Dein Hautbild verbessert sich, weil deine Darmflora und dein Darmbiom gut zusammenarbeiten und das Milieu im Darm erhalten.

Die eigene Stoffwechselfähigkeit beobachten und verstehen.

In meinem Kursen und Vorträgen spielt „Darmgesundheit“ eine zentrale Rolle, alle Infos zu mir und meinen Kontaktdaten findest du hier.

 

Wie geht kacken?

Grundsätzlich wäre es gut, sich eingehend mit der eigenen Verdauung und der Darmgesundheit zu befassen. In diesem Zusammenhang empfehlen wir das Buch „Darm mit Charme“ von Giulia Enders. Die junge Wissenschaftlerin erklärt darin auf sehr vergnügliche Art und Weise, was du tun kannst, um deinen Darm zu pflegen und über eine ausgewogene Darmflora eine bessere psychische und physische Gesundheit zu erlangen.

Hier ihr Video von 2012 – wo sie beim einem Science Slam auch die Fachwelt durchaus aufgerüttelt hat.

 

Deine Ruth Marignoni

Fotocredits: Lucia Romero Fotografía

 

 

 

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